Quelle: GettyImages-145834206.

27.03.19
Zeitwertkonten

Zeitwertkonten bei WAREMA Renkhoff SE

Jalousien, Rollläden, Steuerungssysteme – WAREMA aus dem unterfränkischen Marktheidenfeld entwickelt und produziert technische Sonnenschutzlösungen für Gebäude. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter. Anfang 2013 führte die Geschäftsführung ein Modell für Zeitwertkonten ein.

Zuvor hatte sie nach Abstimmung mit dem Betriebsrat und der IG Metall eine entsprechende Betriebsvereinbarung abgeschlossen. Beim WAREMA Lebensarbeitszeitkonto können Beschäftigte nach dem Motto „Zeit wird zu Zeit“ Zeitwertguthaben von ihrem Gleitzeitkonto umbuchen und langfristig ansparen. Möglich sind bis zu zehn Stunden pro Monat. Auch die Alternative der Entgeltumwandlung steht den Teilnehmern offen. Um Guthaben auf dem Lebensarbeitszeitkonto aufzubauen, können die Beschäftigten zwischen mehreren Möglichkeiten wählen: zwischen einer konstanten monatlichen Rate, die aus dem Fixgehalt umgewandelt wird, und einem Teil aus Sonderzahlungen wie etwa dem Weihnachtsgeld oder der Erfolgsbeteiligung. Eine dritte Variante der Besparung ist, beide Möglichkeiten, also Geld und Zeit, miteinander zu kombinieren.

Bei WAREMA nutzen insbesondere Sacharbeiter und Produktionsmitarbeiter, die in der Regel bereits ein Gleitzeitkonto führen, die erste Möglichkeit, also die Besparung des Lebensarbeitszeitkontos über Zeitwertguthaben. Hingegen findet die Alternative über die Entgeltumwandlung im Management, bei Führungskräften und bei Experten die größte Nachfrage. Zumeist beginnen Mitarbeiter ab Ende 30, Zeitwertguthaben langfristig aufzubauen. Maximal dürfen sie pro Jahr ein Monatsgehalt in Zeitwerten ansparen bzw. umwandeln. So können sie beispielsweise innerhalb von zwölf Jahren ein Guthaben mit einem Höchstwert von einem Jahr aufbauen. Die Zinserträge entsprechen annähernd der Höhe der Tariferhöhungen, dadurch entspricht ein Ansparvolumen von einem Gehalt später auch einer Freistellung von etwa einem Monat. Ungeachtet dieser Parameter ist es schwierig, die Wertentwicklung eines Guthabens über einen längeren Zeitraum genau zu prognostizieren. So kann beispielsweise die Beförderung einer Person im rentennahen Alter die neue Kalkulation verrücken.

Insgesamt besparen rund 250 WAREMA-Mitarbeiter ihre Lebensarbeitszeitkonten. Darunter sind viele langjährige Beschäftigte. Drei von ihnen stehen kurz vor der Rente und werden ihre Guthaben für den vorzeitigen Austritt aus dem Beruf nutzen. Ein anderer Kollege wird sein angespartes Guthaben in diesem Jahr für die Kinderbetreuung verwenden. Neben Vorruhestand und Elternzeit haben die Mitarbeiter von WAREMA auch die Optionen Pflegezeit, Weiterbildung, Sabbatical und Altersteilzeit.