Bei Harold Scholz ist die Umwandlung von Entgelt in Zeitguthaben noch nicht bei jedem Mitarbeiter angekommen.

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12.04.19
Zeitwertkonten

Zeitwertkonten bei Harold Scholz

Das inhabergeführte Familienunternehmen Harold Scholz in vierter Generation beschäftigt rund 200 Mitarbeiter an den Standorten Recklinghausen und Partenstein. Seit 2015 bietet das Unternehmen eine bAV und Zeitwertkonten ein.

Wichtigster Partner von Harold Scholz ist die Lanxess AG, zudem kooperiert Scholz mit Kunden aus der Bau-, Kunststoff-, Farb- und Lack- sowie Papierindustrie. Auf der Produktseite bietet das Unternehmen das gesamte Farbpaket, also Pasten und Pigmente in jeder Form, an.

Mitte 2015 vollzog die Unternehmerfamilie einen Generationswechsel: Der Mitinhaber Rudolf Scholz schied aus der Geschäftsführung aus. Um den Mitarbeitern ein Signal für die Kontinuität und die Fürsorge des Arbeitgebers zu geben, führte das Unternehmen eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Direktversicherung der Deutschen Bank ein. Zudem richtete Scholz für die Beschäftigten bei der Bank Zeitwertkonten ein. Dabei kamen tarifvertragliche Verpflichtungen zu einem Demographiebetrag in der chemischen Industrie zum Tragen. Die starren Tariflösungen hat das Unternehmen in Abstimmung mit dem Belegschaftsausschuss flexibilisiert. Pro Jahr und Mitarbeiter muss der Arbeitgeber 750 Euro für demographische Maßnahmen bereitstellen. Diesen Betrag verteilt Scholz auf die Direktversicherung und die Zeitwertkonten. Neben diesen Beiträgen des Arbeitgebers haben die Beschäftigten die Möglichkeit, eigenes Entgelt umzuwandeln und in das Zeitwertkonto einzubringen. Auch nicht genommene Urlaubstage lassen sich darin übertragen.

Entgelt in Zeitguthaben umwandeln

Heute wandeln rund 5 Prozent der Scholzianer regelmäßig Entgelt in Zeitguthaben um. Um diesen Anteil zu steigern, ist eine offene Kommunikation über das Modell notwendig. Im laufenden Jahr werden die ersten Mitarbeiter damit beginnen, ihre Guthaben zu nutzen. Die Verwendung der Wertguthaben lässt sich flexibel gestalten. Zu erwarten ist, dass vor allem ältere Mitarbeiter einen früheren Ausstieg aus dem Berufsleben anstreben. Sie haben auch die Möglichkeit, die Zeit bis zum Ausscheiden aus dem Job durch Sondereinzahlungen in die Zeitwertkonten zu verkürzen. Der Arbeitgeber packt schon von Anfang an seinen Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen auf die Zeitwertguthaben drauf.