VideoFlow - stock.adobe.com

04.03.21

HR-Trends 2021: Reskilling wird immer wichtiger

Die Corona-Pandemie und volatile Märkte haben in der Arbeitswelt tiefe Spuren hinterlassen. Damit hat sich auch der Fokus von HR-Führungskräften verschoben: Neben der organisatorischen Agilität und der praktischen Umsetzung von flexiblem Arbeiten richten sie ihren Blick nun auch auf gezieltes Reskilling, Förderung von Diversität, eine Verbesserung der Employee Experience sowie die unternehmerische Verantwortung und nachhaltige Veränderungen, wie eine Studie zeigt.

Wandel ist vielschichtig

Um seine Arbeit effektiv neu zu gestalten, muss HR seine Strukturen mit der Unternehmenskultur harmonisieren. Das haben sich laut der Studie „Global Talent Trends 2021” des Beraters Mercer 59 Prozent der befragten HR-Verantwortlichen zum Ziel gesetzt. Ein Viertel (24 Prozent) der Befragten hat bereits damit begonnen. Wichtig dabei ist, dass die Transformation alle Bereiche berücksichtigt, also Veränderungen sowohl in der Organisation von HR und der Unternehmenskultur als auch beim Einsatz von Technologien umfasst. 

Mitarbeiter gezielt weiterbilden

Laut der Studie konzentrieren sich HR-Verantwortliche auch im Jahr 2021 – infolge der vermehrten Arbeit im Home-Office durch die Corona-Krise – darauf, Arbeitsplätze flexibler zu gestalten (49 Prozent). Weitere wichtige Pläne sind der Ausbau der Talentstrategien und der Learning-Konzepte (45 Prozent) sowie Reskilling, also die gezielte Weiterbildung von Mitarbeitern (43 Prozent).Obwohl Unternehmen Reskilling eine große Bedeutung beimessen, erfasst nur ein Drittel der Unternehmen (33 Prozent) Informationen über die aktuellen Skills und Kompetenzen der Mitarbeiter. Lediglich jeder zehnte Personalleiter (10 Prozent) hat in seinem Unternehmen kompetenzbasierte Talentstrategien wie Skill Management oder Pay-for-Skills implementiert.

Wenn es um die Prioritäten für die HR-Funktion geht, steht die kurzfristige Befähigung der Mitarbeiter für Remote Work auf Platz eins der Agenda. Auf den Rängen 2 bis 4 folgen die Beschleunigung der digitalen Transformation von HR, die Umgestaltung des HR-Operating-Models für mehr Flexibilität sowie die Neugestaltung der HR-Prozesse für eine dezentrale und hybride Work Experience.

Diversität mitdenken, nachhaltig agieren

Mit dem Fokus auf flexiblere Arbeitsmöglichkeiten müssen Unternehmen auch die Unternehmenskultur einschließlich Diversität neu denken. Das erfordert eine Neudefinition des Arbeitgeberangebots (EVP, Employee Value Proposition) für Mitarbeiter. Arbeit und Arbeitsformen werden sich weiterhin verändern und müssen insgesamt eine bessere Employee Experience bieten.

Unternehmen, die zukunftsfähig sein wollen, müssen zudem nachhaltige Ziele setzen. Die Verknüpfung von ESG-Zielen mit dem zentralen Wertversprechen des Unternehmens und die Einbettung von ESG-Kennzahlen in die Executive Scorecards sind zwei Ansätze, auf die sich DACH-Unternehmen laut der Studie im Jahr 2021 konzentrieren.

Im Einzelnen geben 82 Prozent der Personalverantwortlichen in der DACH-Region an, dass ihr Unternehmen die Entwicklung hin zu einem ESG- und Multi-Stakeholder-Ansatz fortsetzen oder beschleunigen wird. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) will ESG-Ziele in ihre Transformationsagenda aufnehmen. Ein Drittel (30 Prozent) gibt an, dass ein inklusives Management mit Empathie für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit wichtiger geworden ist.

Einhergehend mit den Entwicklungen rund um Diversität und Inklusion stehen zunehmend auch die Verbesserung von Analysen zu Lohngerechtigkeit (31 Prozent) sowie Gesundheitstrends (16 Prozent) auf de Agenda von Unternehmen. Nachhaltigkeitsstrategien bieten die Chance, Investitionen wie Altersvorsorgeportfolios verstärkt auf Nachhaltigkeit auszurichten. Das machen laut der Studie heute nur 5 Prozent der Befragten. Nur ein Fünftel der Unternehmen (20 Prozent) setzt dabei auf KI-gesteuerte Impulse, um die Mitarbeiter anzuregen, ihre Gesundheit, ihr Vermögen und ihre Karrierechancen zu erhöhen – was sich letztendlich positiv auf die Employee Experience auswirkt. 

Fazit

Damit Unternehmen die Trends mitgehen können, müssen sie Prioritäten setzen. Dazu gehören die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie, die Festlegung klarer organisatorischer Verantwortlichkeiten für Skills und Kompetenzen, verbindliche Vorgaben für Diversität, Gleichberechtigung und Integration, die praktische Umsetzung von flexiblem Arbeiten sowie die Priorisierung von Gesundheit und Wohlbefinden. HR-Führungskräfte können sich in diesem Prozess als strategische Berater des Top-Managements beweisen, indem sie die personellen Auswirkungen schwieriger Geschäftsentscheidungen im Blick haben und gleichzeitig die Anliegen der Mitarbeiter ansprechen.