Nur die Hälfte der Mitarbeiter ist zuversichtlich, wenn es um die Zukunftsfähigkeit ihres Arbeitgebers geht.

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14.10.19
Personalentwicklung

EY-Jobstudie: Mitarbeiter sehen Unternehmenszukunft kritisch

Laut der EY-Jobstudie glaubt nur die Hälfte der Mitarbeiter, dass ihr Arbeitgeber zukunftsfähig ist. Auch dessen Produkte oder Dienstleistungen überzeugen viele Mitarbeiter nicht. Besonders zwei Branchen sind betroffen.

Die EY-Jobstudie 2019 zeigt: Von 1.510 befragten deutschen Arbeitnehmern aus unterschiedlichen Branchen glaubt jeder dritte, dass sein Arbeitgeber nicht die richtigen Entscheidungen im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens trifft. Lediglich knapp die Hälfte (51 Prozent) vertrauen voll oder teilweise auf die Zukunftsstrategie des Managements.

Auch bei der Einschätzung der Zukunftsfähigkeit des angebotenen Produkts oder der Dienstleistung ihres Arbeitgeber zeigen die Befragten ein ähnliches Stimmungsbild: 53 Prozent gehen davon aus, dass das Produkt oder die Dienstleistung noch in zehn Jahren in unveränderter Form erfolgreich sein wird. 28 Prozent rechnen mit eher keinem langfristigen Erfolg. Hier gibt es große Unterschiede in den jeweiligen Branchen: Am wenigsten glauben die Mitarbeiter an den langfristigen Erfolg aus der Automobilbranche, lediglich 7 Prozent sehen das Produkt in unveränderter Form noch in zehn Jahren auf dem Markt bestehen. Aus dem Bereich Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungen haben 26 Prozent der Mitarbeiter langfristiges Vertrauen in das Produkt oder die Dienstleistung. Am besten schneiden für die Befragten die Bereiche Handel (67 Prozent) und Gesundheit (59 Prozent) ab.

Fast die Hälfte glaubt nicht an die Innovationsfähigkeit ihres Arbeitgebers

Grund für das Misstrauen könnte sein, dass 43 Prozent der Mitarbeiter finden, dass ihr Arbeitgeber sich nicht bemüht, neue Innovationen für die entsprechenden Marktentwicklungen herzustellen. 57 Prozent sehen das anders und sind zuversichtlich, die meisten von ihnen kommen aus der Automobilindustrie. Darauf folgen zuversichtliche Mitarbeiter aus dem Bereich Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungen, von ihnen sind gut zwei von drei Beschäftigten der Ansicht. Am schlechtesten schneidet der öffentliche Dienst ab.

Das bedeutet also: Dass trotz der vielen Bemühungen der Unternehmen aus der Automobilbranche und dem Bereich Banken, Versicherungen und Dienstleistungen, zeitgemäße und innovative Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, die Mitarbeiter trotzdem wenig Zukunftsperspektive für das Produkt oder die Dienstleistung sehen.

Digitalisierung: Mehr Mitarbeiter haben Angst um ihren Arbeitsplatz

Als zweiten Punkt stellen die Studienautoren Fragen zu dem Thema Digitalisierung. Sie beeinflusst 71 Prozent der Mitarbeiter sehr oder eher stark bei ihrer täglichen Arbeit. Jeder zehnte spürt nur einen geringen Einfluss. Auch hier ist die Finanzwirtschaft (82 Prozent)  und die Automobilindustrie (70 Prozent) mit hohen Zahlen vertreten, wenn es um den Einfluss der Digitalisierung geht. Konkret beeinflusst sie die meisten Befragten in Bezug auf Nutzung neuer Programme und IT-Anwendungen, gefolgt von der Automatisierung von Abläufen.

Diese neuen technologischen Abläufe sehen viele Arbeitnehmer als Gefahr – jeder achte Beschäftigte (13 Prozent) sieht eine „eher große“ bis „große“ Gefahr, dass sein Arbeitsplatz in Gefahr ist. 2017 waren es noch 7 Prozent. Die größte Angst haben Beschäftigte aus dem Banken-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgeschäft.

Derzeit bietet laut der Studie jedes zweite Unternehmen eine Fortbildung an, die auf die veränderten Arbeitsbedingungen vorbereiten soll.