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28.04.20

Corona-Krise und Jobverlust: Arbeitsplatzabbau ist im Mittelstand größte Sorge

Neben dem Fachkräftemangel bereitet der Konjunkturabschwung den deutschen Mittelständlern Kopfzerbrechen.

Die schwächere Konjunkturentwicklung, die sich bereits zum Jahresanfang 2020 abzeichnete und sich durch die Corona-Krise dramatisiert hat, hinterlässt im deutschen Mittelstand deutliche Spuren. Das bestätigt das Mittelstandsbarometer, das die Prüfungs- und Beratungsorganisationen Ernst & Young herausgegeben hat. Für die Studie hat das Beratungsunternehmen deutschlandweit – bereits vor der Corona-Krise – 1.500 mittelständische Unternehmen mit mindestens 20 Millionen Euro und höchstens einer Milliarde Euro Umsatz befragt.

Demnach bezeichnet jeder zehnte Mittelständler die eigene Geschäftslage als schlecht oder eher schlecht – vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 3 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die uneingeschränkt zufrieden sind, sank von 65 auf 57 Prozent. Vor allem die allgemeine Wirtschaftslage machte den Unternehmern Sorgen, und das bereits vor dem dramatischen Einbruch durch die Pandemie: Fast jeder dritte Mittelständler(30 Prozent) rechnete schon vor der Corona-Krise mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland, nur 21 Prozent erwarteten eine positive Entwicklung der Konjunktur.

Jobmotor Mittelstand gerät ins Stottern

Die eingetrübten Aussichten wirken sich auch auf die Einstellungsbereitschaft aus, die deutlich geringer ausfällt als im Vorjahr. Unter dem Strich wollen aber weiterhin mehr Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen als Mitarbeiter entlassen. 

Im Mittelstand werden vor allem IT-Spezialisten gesucht: Jeder dritte Mittelständler hat offene Stellen im IT-Bereich, jeder sechste sucht Mitarbeiter für die Buchhaltung, jeder siebte hat Vakanzen im Bereich Forschung und Entwicklung.

Der Fachkräftemangel bleibt das größte Risiko für den Mittelstand: Die Mehrheit – 56 Prozent – der deutschen Mittelständler bezeichnet den Fachkräftemangel als große Gefahr. Das sind nur 3Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.