Die Arbeitswelt steht vor Veränderungen. Was sie braucht? Eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe.

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20.09.19

Unternehmenskultur auf Augenhöhe – warum, was und wie?

Jedes Unternehmen hat seine eigene Kultur – die oft angesichts des aktuellen Wandels der Arbeitswelt nicht agil genug ist. Eine Lösung ist eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe.

Die Unternehmenswelt steht unter Druck: Globalisierung, Digitalisierung und der Wertewandel stellen Betriebe vor enormen Herausforderungen. Die Beziehungen zwischen Unternehmen und Umwelt werden komplexer, die Innovationszyklen stetig kürzer, die Herausforderungen an die Fach- und Führungskräfte steigen, und durch den demographischen Wandel nimmt der Druck im Kampf um die besten Talente zu. Unternehmen müssen mithalten können, wollen sie weiterhin erfolgreich am Markt bestehen.

Organisationen sollten agiler werden, um schneller auf die Veränderungen und Anforderungen des Wandels der Arbeitswelt reagieren zu können. Eine Lösung bietet die Transformation der traditionellen, oft noch hierarchischen Unternehmenskultur in eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe. Was Unternehmenskultur auf Augenhöhe im Unternehmensalltag bedeutet, lässt sich anhand verschiedener Perspektiven darstellen.

Was sich für Führungskräfte und Mitarbeiter ändert

Bei einer Unternehmenskultur auf Augenhöhe stehen die Mitarbeiter vor Herausforderungen:

  • Sie können mehr Verantwortung übernehmen
  • Sie können im Unternehmen stärker mitbestimmen
  • Sie können authentischer sein
  • Sie können ihr Potenzial mehr entfalten
  • Sie können selbstbestimmter arbeiten

Neben  den Mitarbeitern müssen sich auch die Führungskräfte umstellen:

  • Sie sollen Verantwortung an Mitarbeiter übergeben
  • Sie sollten machtfrei führen
  • Sie sollten den Mitarbeitern voll vertrauen
  • Sie sollten mit den Mitarbeitern wertschätzend umgehen
  • Sie sollen sich selbst reflektieren und eigene Entscheidungen hinterfragen

Angstfreie Kultur ist gefragt

Eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe bringt allgemein gültige Veränderungen mit sich, die sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter betreffen. Eine wichtige Grundlage dabei ist eine angstfreie Kultur, bei der die Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden, ein Fehler jedoch nicht gleich Konsequenzen nach sich zieht. Vielmehr gilt es, aus falschen Entscheidungen zu lernen, um Unternehmensinnovationen und -fortschritte weiter voran zu bringen. Dafür sind ein offener Austausch ohne das Zurückhalten von Wissen und Transparenz unumgänglich. Damit eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe gelingt, sollten sich die persönlichen Werte der Angestellten mit den Werten des Unternehmens möglichst decken, so dass sie die Unternehmensstrategie und –kultur freiwillig mittragen möchten. Betriebe müssen statt Anweisungen Erfolgsprinzipien formulieren, die als Leitlinie für das Lösen komplexer Probleme dienen.

Obwohl meist das Management Unternehmensveränderungen anstößt und vorantreibt, sind bei der Transformation zu einer Unternehmenskultur auf Augenhöhe die Mitarbeiter die Ideengeber.  Dabei gilt es in der Belegschaft ein Bewusstsein für das Thema zu entwickeln. Nachdem den Mitarbeitern das Thema näher gebracht wurde, sollte eine offene Diskussion stattfinden, in der erste Umsetzungen besprochen werden können. Ein mögliches Resultat sind selbstorganisierte Teams, die selbstbestimmt arbeiten. Es gibt jedoch keine Einheitslösung für die Transformation in allen Unternehmen.