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23.06.21

New Work: Neue Arbeitsmodelle nach der Pandemie

Die Pandemie hat die Arbeitswelt umgekrempelt. Die Akzeptanz für Home-Office ist gestiegen, Arbeitszeiten haben sich verändert, das Arbeiten ist flexibler geworden. Eine Studie belegt, dass neun von zehn Unternehmen auch nach der Krise hybrides, flexibles oder dezentrales Arbeiten ermöglichen wollen.

Mehr als neun von zehn Unternehmen (93 Prozent) können sich vorstellen, dass ihre Mitarbeiter auch nach der Corona-Pandemie hybrid, also in einem Wechsel aus Präsenztagen im Büro und Tagen im Home-Office, arbeiten werden. Das ergab eine Befragung unter mehr als 500 deutschen Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen, die das Unternehmen Owl Labs durchgeführt hat.

In der Studie „State of Hybrid Work“ hat der Anbieter von Videokonferenzsystemen untersucht, wie sich Führungskräfte die Zukunft der Arbeit vorstellen. Demnach planen nur 7 Prozent der deutschen Führungskräfte, dass ihre Mitarbeiter künftig wieder in Vollzeit im Büro arbeiten. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Pandemie die Offenheit gegenüber innovativen Arbeitsmodellen verstärkt hat. 

Flexibles Arbeiten erhöht Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität

Im europäischen Vergleich sind deutsche Führungskräfte zusammen mit den skandinavischen die innovationsfreudigsten, wenn es um das Thema hybride Arbeitsmodelle geht. Der Grund für die Offenheit: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Führungskräfte ist der Meinung, dass sich Remote- und Hybridarbeit positiv auf das Unternehmen ausgewirkt habe, weitere 21 Prozent geben an, dass diese Art des Arbeitens zumindest keine negativen Auswirkungen gehabt habe.

Laut der Studie hat sich das flexible Arbeiten vor allem positiv auf die Mitarbeiterbindung und das Wohlbefinden der Mitarbeiter ausgewirkt. In sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent) hat sich die Mitarbeiterbindung verstärkt; fast genauso viele Unternehmen (58 Prozent) sehen einen positiven Effekt in Bezug auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Immerhin noch mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte (54 Prozent) meint, dass hybrides Arbeiten die Profitabilität des Unternehmens gesteigert habe. Dieser Effekt war in Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten besonders ausgeprägt.

Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten sehen vor allem durch das ortsflexible Arbeiten einen großen Vorteil beim Recruiting, da sie aus einem größeren Talentpool schöpfen können, sofern der Unternehmensstandort nicht zwangsläufig entscheidend für die Wahl neuer Teammitglieder ist. Infolgedessen plant ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent), neue Mitarbeiter künftig mehr aufgrund ihrer Fähigkeiten und nicht ihres Wohnorts einzustellen.

Akzeptanz für innovative Arbeitsmodelle hat zugenommen

Infolge der positiven Erfahrungen mit Remote Work während der Corona-Pandemie wollen die meisten Führungskräfte auch nach der Krise das hybride Arbeiten fortsetzen. Ein Großteil der Unternehmen hat bereits begonnen, entsprechende Technologien zu etablieren und Arbeitsplatzrichtlinien zu schaffen, die ein hohes Maß an Kreativität und Zusammenarbeit ermöglichen, unabhängig davon, an welchem Ort die Mitarbeiter arbeiten.

93 Prozent der deutschen Führungskräfte haben bereits aktiv Maßnahmen ergriffen, um die Moral der Mitarbeiter während der Pandemie zu verbessern. Dazu zählen regelmäßige Teambesprechungen (46 Prozent), die Planung und Durchführung virtueller Veranstaltungen (45 Prozent) und die Bereitstellung von Geräten zur Verbesserung des Arbeitskomforts am heimischen Schreibtisch (51 Prozent). Knapp drei Viertel (72 Prozent) beziehen ihre Belegschaft in die Planung der neuen Arbeitsmodelle ein, indem sie sie nach ihren Wünschen und Bedürfnissen befragen.

Fast alle befragten deutschen Führungskräfte (95 Prozent) beschäftigen sich bereits mit der Frage, wie sie die Arbeitsmodelle ihrer Unternehmen nach Corona modernisieren können. In Betracht ziehen sie dabei die Einführung einer „Work from Anywhere“-Politik (46 Prozent), einer 4-Tage-Woche (44 Prozent), die verstärkte Nutzung von Kernarbeitszeiten (49 Prozent) und eine vertrauensbasierte Urlaubspolitik, die ohne Begrenzung von Urlaubstagen auskommt (28 Prozent).