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20.01.21

Führungsstil: Vielen Personalverantwortlichen fehlt Empathie

Nicht nur das physische, auch das psychische Wohlbefinden von Mitarbeitern entscheidet über den Unternehmenserfolg. Doch etwa jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland fühlt sich in der gegenwärtigen Krise nicht ausreichend emotional von seinem Arbeitgeber unterstützt. Das sollte Personalverantwortliche aufmerksam werden lassen.

Corona-Krise: Arbeitnehmer fühlen sich allein gelassen

Deutschen Arbeitgebern mangelt es an empathischer Führung. Das ist eines der Ergebnisse des Randstad Arbeitsbarometers. Demnach übersehen Personalverantwortliche oft die indirekten Auswirkungen der Corona-Krise auf das psychische Wohlbefinden von Mitarbeitern. Rund ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer fühlt sich in der Krise nicht ausreichend emotional und mental vom Arbeitgeber unterstützt. Diese Erkenntnisse sind fatal: Denn nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern auch die mentale Gesundheit von Mitarbeitenden entscheidet über ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit.

Zurzeit unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeiter vor allem, indem sie ihnen technische Hilfsmittel und digitale Tools zur Verfügung stellen. Mehr als drei Viertel der im Arbeitsbarometer befragten Arbeitnehmer (77 Prozent) geben an, ausreichend mit Technologien für ihren Arbeitsalltag ausgestattet zu sein.

Dennoch sollten Personalverantwortliche die indirekten Auswirkungen der Krise auf das psychische Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter nicht vernachlässigen. Laut dem BKK Gesundheitsreport, veröffentlicht im Dezember 2020, geht jeder sechste Fehltag (16,8 Prozent) auf psychische Störungen zurück, und die Fehltage aufgrund psychischer Störungen nehmen zu. 

Empathische Führung gewinnt an Bedeutung

Gerade in der Krise sind Führungskräfte gefragt, die Teams nicht nur rational managen, sondern auch emotional zusammenhalten können. Sie müssen dabei die Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten sehen und berücksichtigen. Das erfordert einen empathischen Führungsstil.

Führungskräfte sollten, unabhängig von der Krise, ihre Mitarbeitenden in Veränderungsprozesse einbeziehen – durch regelmäßige Gespräche, ob analog oder digital, und durch aufmerksames Zuhören. Auf diese Weise können sie Stressfaktoren frühzeitig wahrnehmen und gezielt darauf eingehen. HR sollte seine Führungskräfte diesbezüglich schulen und sensibilisieren.