iStock

06.05.20

Coronavirus und die Rückkehr an den Arbeitsplatz: Risikogruppen keiner erhöhten Gefahr aussetzen

Viele Unternehmen lassen derzeit unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln einen Teil ihrer Beschäftigten aus dem Homeoffice an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Dabei müssen Arbeitgeber vor allem auch Berufstätige, die einer Risikogruppe angehören, im Blick haben. Diese Personen müssen am Arbeitsplatz besonders vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden.

Auf die besondere Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer, die bei einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus einer Risikogruppe angehören, weisen Experten für Arbeitsmedizin des Kompetenznetzes Public Health COVID-19 hin. Das Kompetenznetz ist ein Ad-hoc-Zusammenschluss von mehr als 25 wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Verbänden. Sie gehören zum Bereich Öffentliche Gesundheit und bündeln in dem Netzwerk ihre Fachkenntnis.

Risikogruppen keiner erhöhten Gefahr aussetzen

Folgende Kernbotschaften betonen die Wissenschaftler in ihrem Papier:

  • Berufstätige sollten keinen Tätigkeiten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko ausgesetzt werden, sofern sie bei einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder Tod haben. Das betrifft vor allem ältere Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.
  • Besondere Schutzmaßnahmen könnten beispielsweise durch innerbetriebliche Umsetzung oder durch Homeoffice erfolgen. Sollte dies seitens des Arbeitgebers nicht umsetzbar sein, empfehlen die Wissenschaftler Arbeitgebern, die entsprechenden Arbeitnehmer bezahlt freizustellen. Analog zur Entgeltfortzahlung bei Mutterschaft und Beschäftigungsverbot (U2) könnten Freistellungen von Krankenkassen oder Unfallkassen finanziert werden, so eine Empfehlung der Wissenschaftler.
  • Ob bei Arbeitnehmern beruflich ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, also ein höheres Risiko als für die Allgemeinbevölkerung, oder bei einer Infektion ein schwerer Krankheitsverlauf zu erwarten ist, ergibt eine Gefährdungsbeurteilung. Das Risiko sollten Ärzte gemeinsam mit der betroffenen Person einschätzen. Entweder könnten Betriebsärzte oder die behandelnden Ärzte das Risiko im Rahmen ihrer Betreuung des Arbeitnehmers beurteilen.

Die Empfehlungen gelten nur für Tätigkeiten, die nicht für die Patientenversorgung relevant sind.