ffikretow_iStock_Getty_ImagesPlus

09.06.20

Corona-Krise: BIP sinkt, Unternehmen leiden

Die Corona-Pandemie trifft die deutsche Wirtschaft stark. Das Bruttoinlandsprodukt sinkt deutlich, und die Mehrheit der Unternehmen spürt die Auswirkungen der Corona-Krise massiv.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist laut Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im ersten Quartal 2020 gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres um 2,2 Prozent gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Wiedervereinigung. Lediglich im ersten Quartal 2009 war der Rückgang mit 4,7 Prozent zum Vorquartal noch stärker. Dieser Rückgang ist umso gravierender, als die Corona-Krise die Wirtschaftsleistung in den Monaten Januar und Februar 2020 kaum beeinträchtigte.

Studien zeigen, dass fast ein Fünftel aller Unternehmen bereits massive Auswirkungen der Corona-Krise spürt. Befragt nach dem Zeitpunkt, zu dem Unternehmen erwarten, dass ihre Reserven nicht mehr ausreichen und sie drastische Einsparungen vornehmen müssen, gibt ein Fünftel an, dass sie bereits jetzt einen kritischen Punkt erreicht haben. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen erwarten, dass sie noch in diesem Jahr Einschnitte vornehmen müssen. Ein weiteres Drittel fürchtet, dass im Jahr 2021 drastische Einschränkungen nötig sein werden. 

Positive Auswirkungen der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat aber auch positive Seiten: Fast zwei Fünftel der Unternehmen haben aufgrund der Corona-Krise ihre Investitionen in neue Technologien erhöht. Dagegen hat nicht einmal ein Fünftel der Befragten die Investitionen in Technologien zurückgefahren. Zudem haben sich viele umgestellt und organisieren virtuelle Meetings statt persönlicher Treffen.

Die Mehrheit (ca. 60 Prozent) der befragten Unternehmen mit mehreren Standorten setzen bei ihrer Krisenstrategie auf lokale Entscheidungen. Nur eine Minderheit von etwa einem Fünftel der Unternehmen mit mehreren Niederlassungen hat einen zentralen Krisenstab eingerichtet, der Entscheidungen im Zusammenhang mit der Krise zentral trifft.