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03.03.20

Digitalisierung entlastet HR

Ein Job als HR-Manager – das ist für viele Berufseinsteiger ein Traumjob: morgens Bewerber empfangen, anschließend beim Feedbackgespräch die Zufriedenheit der Mitarbeiter herausfinden und nachmittags Personalanalysen für die Geschäftsführung erstellen. Eine Studie zeigt jedoch, dass Realität und Wunschdenken weit auseinanderklaffen und viele Personaler in ihrem Beruf unzufrieden sind. Das muss nicht sein.

Statt Potenziale in Mitarbeitern und Unternehmen zu heben, verbringen viele Personaler 42 Prozent ihrer Zeit mit administrativen Aufgaben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Personio gemeinsam mit Bitkom Research herausgegeben hat. Befragt haben sie mehr als 500 Personalverantwortliche in deutschen mittelständischen Unternehmen. 

Der hohe Verwaltungsaufwand führt dazu, dass vier von zehn Personalern mit ihrem Job unzufrieden sind. Fast jeder Dritte (28 Prozent) sagt, dass die Berufspraxis nicht seinen Erwartungen entspricht. Zwei von fünf Personalverantwortlichen sind (eher) unzufrieden mit ihrem Job.

Administrative Aufgaben beherrschen die tägliche HR-Arbeit

Die Hauptgründe für die Unzufriedenheit sind, dass die Arbeit mit Menschen zu kurz kommt und das Gehalt zu gering ist. Knapp drei von zehn Befragten (28 Prozent) finden, dass die administrativen Arbeiten mittlerweile ein zu hohes Gewicht haben. Nur einer von zehn Personalern kommt zu dem Schluss, dass der administrative Anteil seiner Arbeit angemessen sei. Im Schnitt verbringen HRler 42 Prozent ihrer Zeit mit derartigen Tätigkeiten.

Knapp zwei Drittel (62 Prozent) der Personaler sagen, dass sie vor allem mit Menschen zusammenarbeiten möchten. Fast ebenso viele schätzen an ihrer Arbeit die Mischung aus operativen und strategischen Tätigkeiten. Etwa ein Drittel interessiert sich für den psychologischen Aspekt seiner Arbeit.

HR-Software kann Personaler entlasten

Die Digitalisierung kann dazu beitragen, den administrativen Aufwand in den HR-Abteilungen zu senken. Mehr als die Hälfte der befragten Personaler ist sich sicher, durch den Einsatz von HR-Software mehr Zeit für Mitarbeiter und Bewerber gewinnen zu können. Zudem schätzt knapp die Hälfte, durch den Einsatz von entsprechender Software ortsgebundener arbeiten zu können.

Bisher nutzen nur 2 Prozent der befragten Unternehmen HR-Software für alle administrativen HR-Prozesse. Mehr als die Hälfte der Mittelständler gibt an, Software bislang nur für wenige Prozesse einzusetzen. Je kleiner das Unternehmen ist, desto weniger digitalisiert ist die HR-Abteilung. Mittelständische Unternehmen erledigen zurzeit vor allem die Entgeltabrechnung und die Verwaltung von Urlaubs- und Abwesenheitszeiten digital.