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10.06.20

Corona und Global Mobility: Asien und Schweiz sind die teuersten Standorte für Expatriates

Als Folge der Corona-Krise bewerten Organisationen ihre globalen Mobility-Programme neu. Zum einen achten sie vor dem Hintergrund der Pandemie verstärkt auf das Wohlergehen der im Ausland lebenden Mitarbeiter und ihrer Familien. Zum anderen suchen sie Alternativen zu Auslandseinsätzen und Entsendungen – insbesondere durch digitale Technologien. Das sind Ergebnisse des Cost-of-Living-Rankings 2020 von Mercer.

Auslandsentsendungen stagnieren infolge der Corona-Krise

Unternehmen stellen derzeit ihre Expansionsstrategien im Ausland, aber auch ihre Entsendungsstrategien auf den Prüfstand. Sie beziehen dabei das Wohlergeben der Mitarbeiter wie auch wirtschaftliche Notwendigkeiten ein, wie das Cost-of-Living-Ranking 2020 von Mercer zeigt. Bei der Beurteilung von Global Mobility legen Unternehmen Daten, unter anderem die Lebenshaltungskosten an verschiedenen Standorten weltweit, zugrunde. 

Cost-of-Living-Ranking 2020

Die COVID-19-Pandemie zeigt, dass die Entsendung und Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern im Auslandseinsatz eine enorm verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe ist. Spezifische Faktoren wie Währungsschwankungen, Preissteigerungen sowie die Instabilität der Wohnungsmärkte sind dabei wesentliche Faktoren, die die Kosten von Expatriate-Paketen beeinflussen. Das Cost-of-Living-Ranking verdeutlicht, welche Standorte dabei am besten und welche am schlechtesten abschneiden. 

Hongkong teuerste Stadt für Expatriates

Laut dem Ranking führt Hongkong die Liste der teuersten Städte für Expatriates an, gefolgt von Aschgabat in Turkmenistan. Tokio und Zürich folgen auf den Plätzen drei und vier, Singapur an fünfter Stelle. New York City belegt den sechsten Platz, 2019 lag es noch auf Platz neun. Weitere Städte im Top-10-Ranking sind Shanghai (Platz 7), Bern (Platz 8), Genf (Platz 9) und Peking (Platz 10). Die weltweit preiswertesten Städte für Expatriates sind Tunis, Windhuk, Taschkent und Bischkek. 

Alternativen zu Auslandsentsendungen

Ein starker Anstieg der Auslandsentsendungen ist angesichts der Corona-Krise nicht zu erwarten. Unternehmen sollten sich vielmehr auf interne Wechselmöglichkeiten von Expatriates vorbereiten, so die Studienautoren von Mercer. Kurzfristig müssen Unternehmen neue Ansätze zur Auslandsentsendung suchen. Das kann auch die Umsiedlung von Expatriates bedeuten, die in ihr Heimatland zurückgeschickt wurden.

Mittelfristig sollten Unternehmen ihre Auslandsentsendung an neue Wirtschaftsmodelle anpassen, beispielsweise regionale Einsätze und die Weiterbildung von Mitarbeitern. Die Entwicklung zu neuen Formen der Auslandstätigkeit wie den Einsatz digitaler Technologien beobachten die Studienautoren von Mercer bereits seit geraumer Zeit bei vielen Unternehmen.

Diesen Trend beschleunigt die Pandemie. Besonderes Augenmerk müssen Unternehmen dabei auf die Akzeptanz der Mitarbeiter, insbesondere von risikobehafteten Standorten, und die Kostensituation legen. Arbeitgeber sollten zudem Verständnis dafür zeigen, dass nicht alle Mitarbeiter bereit sein werden, ins Ausland zu gehen.