Expats haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie lange sie im Ausland bleiben wollen.

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29.07.19
Global Mobility

Die Unterschiede bei Expats

Expat ist nicht gleich Expat: Es gibt mehrere Typen, die eine Auslandsstation antreten. Sie haben ein anderes Durchschnittsalter, bleiben unterschiedlich lang im Ausland und haben nicht immer das gleiche Bildungsniveau – ein Überblick.

Mitarbeiter, die ins Ausland entsandtet werden, lassen sich in drei Typen mit unterschiedlicher Aufenthaltsdauer differenzieren. Das fand die Studie „Expat Insider 2018“ von InterNations Business Solutions heraus, für die die Organisation InterNations 18.135 Expats weltweit befragte. Die Befragten haben insgesamt 178 Nationalitäten und leben in 187 Ländern. Die Relation zwischen Frauen wie Männer in der Befragung ist fast gleich.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Mehrheit der Expats (44 Prozent) länger als fünf Jahre im Ausland arbeitet. 25 Prozent der Befragten bleiben zwei bis fünf Jahre im Entsendungsland. Im Schnitt sind sie 44,2 Jahre alt und favorisieren als Zielland Deutschland, gefolgt von den USA, Schweiz, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Vereinigte Arabische Emirate, Niederlande und China. Am wenigsten werden sie in Italien eingesetzt. Die Mehrheit der Expats hat ein hohes Bildungsniveau, 82 Prozent haben einen Hochschulabschluss.

Expattyp 1: Die Entsandten

Die Studienautoren definieren als erste Gruppe die Expats, die ihr Arbeitgeber ins Ausland geschickt hat. Sie machen 10 Prozent der Befragten aus und haben ein Durchschnittsalter von 43,6 Jahren. Die Mehrheit der Befragten in dieser Gruppe (34 Prozent) bleibt zwischen sechs Monaten bis zu zwei Jahren im Ausland, 29 Prozent bleiben länger als fünf Jahre. Die meisten stammen aus Spanien (18 Prozent), gefolgt von Belgien (17 Prozent). Von ihnen sind deutlich mehr männlich als weiblich: Die weiblichen Expats machen 38 Prozent aus. Nur 9 Prozent der Entsandten haben keinen Hochschulabschluss, mehr als die Hälfte hat einen Masterabschluss.

Expattyp 2: Die international Angeworbenen

Die zweite Gruppe sind die, die ein ausländisches Unternehmen eingestellt hat oder die selbst eine Stelle im Ausland gefunden haben. Sie machen 19 Prozent der befragten Expats aus. Die meisten (38 Prozent) sind länger als fünf Jahre im Ausland, 27 Prozent arbeiten zwei bis fünf Jahre in der Auslandsstation. Der Durchschnitt hat ein Alter von 41,7 Jahren, und damit sind sie die jüngsten der drei Expattypen. Die international Angeworbenen kommen überwiegend (34 Prozent) von den Philippinen, 32 Prozent sind Griechen. Der Frauen- und Männeranteil ist ungefähr gleich hoch: 56 Prozent sind männlich. Im Vergleich zu den Entsandten verfügen mit 89 Prozent geringfügig weniger Angeworbene über einen Hochschulabschluss.

Expattyp 3: Die möglichen Auswanderer

Der dritte Typ, der im Durchschnitt 42,4 Jahre alt ist und mit 8 Prozent die kleinste Teilgruppe der Expats bildet, sind diejenigen, die mit ihren Partnern ins Ausland gezogen sind. Trotz des kompletten Umzugs bleiben 32 Prozent nur zwischen sechs Monaten bis zu zwei Jahren im anderen Land. 29 Prozent leben zwischen zwei bis fünf Jahren am neuen Standort. Sie kommen zum größten Teil (16 Prozent) aus Ungarn, 14 Prozent kommt aus Finnland. Der Frauenanteil ist deutlich höher – 86 Prozent ziehen mit ihrem Partner ins Ausland. Die Befragten dieser Gruppe haben mit 85 Prozent den geringsten Hochschulabschlussanteil unter den drei Expatgruppen. Trotzdem zeigt das Ergebnis der Studie, dass die überwiegende Zahl der Expats ein hohes Bildungsniveau hat und dass sie hochqualifizierte Fachkräfte sind. Damit bedienen sie die Nachfrage der Arbeitgeber, die bei der Einstellung von Expats die Qualifikation und die Kompetenzen berücksichtigen.

sarah.backhaus[at]frankfurt-bm.com