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05.07.21

Variable Vergütung braucht klare Kriterien

Variable Vergütung kann sich positiv auf Motivation und Leistung von Angestellten auswirken. Voraussetzung ist, dass die Kriterien für die Zahlung leistungsabhängiger Vergütungsbestandteile nachvollziehbar und transparent sind.

Individuell ausgestaltete Gehaltsmodelle empfinden Mitarbeiter nur dann als fair, wenn die Kriterien für die Leistungsbewertung klar definiert, nachvollziehbar und transparent sind. Dann können sich Gehaltsunterschiede in einem Unternehmen positiv auf die Leistung einzelner Mitarbeiter auswirken. Das haben Wissenschaftlerinnen des Instituts für Unternehmensführung der Wirtschaftsuniversität Wien und der University of Illinois herausgefunden. Sie hatten in einer Studie untersucht, welche Auswirkungen Gehaltsstreuungen auf die Produktivität von Arbeitnehmern haben. Demnach sinkt die Leistung von Mitarbeitern, wenn sie die vorhandenen Gehaltsunterschiede als unfair empfinden, so die Studie.

Ebenfalls negative Effekte kann es haben, wenn Unternehmen eine starke Gehaltsstreuung haben, die durch Gehaltstransparenz sichtbar wird. Denn: Angestellte schauen nicht nur auf ihr eigenes Gehalt, sondern auch auf das von Kollegen

Damit leistungsschwächere Mitarbeiter in Unternehmen mit hoher Gehaltsstreuung nicht demotiviert werden und möglicherweise das Unternehmen verlassen, könnten Unternehmen Mentoringprogramme etablieren, so die Wissenschaftlerinnen. Dabei könnten leistungsstarke Mitarbeiter schwächere coachen.

Gehaltstransparenz: Mehrheit der Mitarbeiter kennt Gehalt der Kollegen

Unternehmen, die transparent mit der Bezahlung umgehen, können davon profitieren, wenn Mitarbeiter dadurch erkennen, dass ihre persönliche Leistung ihr Gehalt beeinflusst. Dazu brauchen Unternehmen allerdings nachvollziehbare Bewertungskriterien. Empfehlenswert ist auch, dass Unternehmen nicht-leistungsabhängige Lohnbestandteile möglichst reduzieren. Auch ist es entscheidend, dass Unternehmen Ursachen von Gehaltsunterschieden offen kommunizieren.

Falls Unternehmen auf Gehaltstransparenz verzichten, sind sie nicht davor gefeit, dass Mitarbeiter das Gehaltsniveau der Kollegen kennen, heißt es in der Studie. In der Mehrheit der untersuchten Unternehmen kennen die Angestellten die Löhne ihrer Kollegen, auch wenn es keine Gehaltstransparenz gibt.