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25.03.20

Mit Cafeteriamodell individuell vergüten

Der Kampf um gute Talente ist hart. Um sie zu gewinnen, zu motivieren und ihre Leistung anzuerkennen, bieten sich individuelle Vergütungsmodelle an, darunter Cafeteriamodelle.

Um Talente im Unternehmen zu halten, eignen sich Anreizmodelle. Die variable Vergütung, die besondere Leistungen des Einzelnen oder des Teams anerkennt und oft auch an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt ist, spielt dabei eine große Rolle. Ein Cafeteriasystem ist eine Möglichkeit der individuellen Vergütung. Dabei muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, welche Vergütungs- und Benefitselemente es als Teil der Arbeitgebermarke etablieren möchte.

Individuelle Entlohnung über Cafeteriasystem

Bei einem webbasierten Cafeteriamodell vergüten Unternehmen einen Teil des Gehalts nicht direkt monetär, sondern durch zusätzliche, finanzielle Zuschüsse oder Sachleistungen. Das Unternehmen bietet diese Leistungen nicht einheitlich für alle an, sondern geht auf die individuelle Bedürfnisse seiner Mitarbeiter ein, indem es ein Angebot zusammenstellt, aus dem jeder Mitarbeiter wählen kann. 

Das Angebot kann Leistungen wie Versicherung, Arbeitgeberdarlehen, Mitarbeiteraktien, Zusatzgehälter, Kinderbetreuung, Firmenparkplatz, Sachleistungen, geldwerte Leistungen wie Sportprogramme, Reisen oder Firmenwagen, aber auch Zusatzurlaub, Fortbildung oder Sonderzeitleistungen wie ein Sabbatical umfassen. Die Mitarbeiter können aus diesem Katalog das wählen, was sie am meisten motiviert. Schließlich haben Mitarbeiter je nach Alter, Lebensphase und Betriebszugehörigkeit unterschiedliche Bedürfnisse. 

Auch gibt es einen Trend zur Motivation über „emotionale Belohnungen“ wie die Möglichkeit zur individuellen Entfaltung und die Möglichkeit, Initiative zu ergreifen. Das kann ein Unternehmen beispielsweise fördern, indem es Diskussionsmöglichkeiten mit dem Topmanagement anbietet.

Mehr Wertschätzung durch individuelle Vergütung

Die Wahlmöglichkeiten bestehen jederzeit oder in periodisch wiederkehrenden Abständen. So kann jeder Arbeitnehmer die Wahl an sich verändernde Bedürfnisse anpassen. Die Wahlfreiheit sorgt dafür, dass die Leistungen von den Mitarbeitern besser akzeptiert und wertgeschätzt werden. Das Unternehmen kann zudem einen Prämienkatalog zusammenstellen, durch den es auch gezielt Leistung fördern und somit Anreize setzen kann, bestimmte Ziele zu erreichen. 

Nachteil Verwaltungsaufwand

Wer flexible Entlohnungspläne anbietet, muss mit einem höheren administrativen Aufwand rechnen. Schließlich muss das Unternehmen die Leistungen implementieren, kommunizieren, gegebenenfalls auch seine Mitarbeiter beraten und schließlich die Leistungen abrechnen. 

Zudem muss es bei der Einführung flexibler Nebenleistungen die rechtliche und gesetzliche Lage berücksichtigen. Mitunter schränken Tarifvereinbarungen den Handlungsspielraum für Nebenleistungen ein, sowohl bei der Einführung als auch bei der Abschaffung. 

Schwierig ist es zudem, jederzeit den passenden Benefitkatalog anzubieten, da sich die Bedürfnisse der Belegschaft durchaus ändern. Das Unternehmen muss sich daher laufend informieren, welche Benefits sich Mitarbeiter wünschen, und gegebenenfalls den Prämienkatalog anpassen.