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06.12.21

Studie: So werden wir im Jahr 2030 zusammenarbeiten

Zahlreiche Unternehmen und ihre Mitarbeitenden in Büros haben die Vorteile des standortunabhängigen Arbeitens in der Pandemie schätzen gelernt. Ihre Zusammenarbeit hat sich insgesamt verändert. Was nach der Pandemie bleiben wird und wie wir künftig zusammenarbeiten werden, dem ist eine Studie nachgegangen.

Die Coronapandemie hat die Arbeitswelt nachhaltig verändert und für einen Digitalisierungsschub gesorgt. Auch HR-Abteilungen profitieren von der zunehmenden Digitalisierung. Sie erleichtert Administrationsprozesse und Routineaufgaben und schafft so den erforderlichen Raum, damit sich HR als strategischer Partner und Berater von Fachabteilungen positionieren kann.

Doch was bedeutet das konkret für HR-Abteilungen? – Antworten darauf gibt die Studie „Digitales Arbeiten 2030", die F.A.Z. Business Media | research und Cornerstone OnDemand gemeinsam durchgeführt haben. Insgesamt 238 Führungskräfte haben sich an der Befragung beteiligt.

Im Rahmen der Studie haben sich insbesondere vier zentrale Aspekte herauskristallisiert. 

1. Flexibilisierung der Arbeit bringt Herausforderungen

Viele Beschäftigte, aber auch viele Unternehmen, haben in der Pandemie die Vorteile flexiblen Arbeitens schätzen gelernt. Was als Maßnahme zur Krisenbewältigung begann, wird künftig unsere Zusammenarbeit prägen. Modelle flexibler Arbeit werden sich weiter durchsetzen, und Home-Office wird in vielen Betrieben, zumindest tageweise, bleiben.

Doch das birgt auch Herausforderungen: Langfristig muss es neue Arten der Zusammenarbeit geben. Die große Mehrheit der Unternehmen hat sich dazu bereits Gedanken gemacht, so ein Ergebnis der Studie. Die Mehrheit (53 Prozent) setzt künftig auf hybrides Arbeiten – also einen Wechsel zwischen Büro- und Home-Office-Tagen –, bei dem die Mitarbeitenden überwiegend im Büro und nur ab und zu an einem anderen Einsatzort arbeiten. Nur 3 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich noch keine Gedanken über das zukünftige Arbeiten gemacht hätten.

Dauerhaftes flexibles Arbeiten an unterschiedlichen Einsatzorten erfordert auch neue Führungsleitlinien, neue Formate der Kommunikation, aber auch Kommunikationsregeln. Die Teamzusammengehörigkeit muss gefördert, die Organisation der Arbeit verändert werden, auch, damit Privat- und Berufsleben sich nicht vermischen und die Mitarbeitenden belasten. Zudem müssen Unternehmen den Einsatz von Digitaltechnologien mitdenken. Das alles sehen die Befragten als Herausforderungen der kommenden Zeit an.

2. Unternehmenskultur verändert sich

Sind Teile der Belegschaft regelmäßig nicht im Büro, sondern über mehrere Standorte – auch im Home-Office – verteilt, wirkt sich das auf die Unternehmenskultur aus. Insgesamt sehen zwei Drittel (66 Prozent) der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen, dass die Coronapandemie einen Kulturwandel in ihren Unternehmen eingeleitet hat. Führungskräfte müssen die neue Kultur gestalten und an die neuen Gegebenheiten anpassen, damit auch im Rahmen von hybrider Arbeit reibungslose Abläufe gewährleistet sind. Sie müssen die neue Kultur aber auch vorleben.

Dazu brauchen sie auch neue digitale Kommunikationskanäle und passende Kommunikationsformate. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihre Mitarbeitenden noch kein ausreichendes digitales Know-how hätten. 

Auch wenn sich digitale Kommunikationskanäle in vielen Situationen bewährt haben, muss die neue Kultur berücksichtigen, dass physische Treffen nicht vollständig zu ersetzen sind. Nur durch direktes soziales Miteinander können Teams zusammenwachsen und ihren Zusammenhalt stärken. 

3. HR bekommt neue Rolle

In der Pandemie konzentrierten sich die meisten Unternehmen darauf, die Krise zu bewältigen. Auch HR fungierte in erster Linie als Krisenmanager und strategischer Partner. Aus Sicht der befragten Personal- und Unternehmensentscheider ist die Zeit von HR als rein administrativer Dienstleister endgültig vorbei. Vielmehr muss HR jetzt seine Rolle als strategischer Partner annehmen und ausfüllen.

Zugute kommt den Personalern dabei, dass neue Technologien HR-Prozesse erleichtern und sich dadurch alltägliche administrative Aufgaben schneller erledigen lassen. Das schafft in den HR-Abteilungen Zeit für andere – strategische und beratende – Aufgaben. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen geben an, dass ihre HR-Abteilungen bereits strategische Aufgaben übernehmen. In jeweils fast ebenso vielen der befragten Unternehmen (45 Prozent) übernahm und übernimmt HR in der Pandemie zudem die Rollen eines Beraters beziehungsweise Krisenmanagers – kein Wunder, denn HR steht an der Schnittstelle zur Belegschaft. Damit sind die Personaler neben den direkten Vorgesetzten die erste Anlaufstelle bei Fragen rund um die Arbeitsorganisation, die sich gerade während der Pandemie stetig verändert.

Aber auch für die eigenen Prozesse ergeben sich durch die Digitalisierung neue Möglichkeiten: Strukturierte, digital erfasste Daten verändern den Blick auf die eigenen Mitarbeitenden. Das Recruiting verändert sich durch die Digitalisierung, und auch das lebenslange Lernen erhält durch E-Learning neue Möglichkeiten. 

4. Corona hat Digitalisierung von HR beschleunigt

Insgesamt hat die Coronapandemie wie ein Katalysator in HR gewirkt und in den Personalabteilungen einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Das gibt die große Mehrheit (73 Prozent) der befragten Führungskräfte an. Doch die Digitalisierung allein ist kein Garant für Erfolg. HR muss die digitalen Tools und den Schwung nutzen, um seine neue Rolle gut auszufüllen. Für 71 Prozent der befragten Entscheider und Entscheiderinnen ist daher die größte Herausforderung für HR in den kommenden Monaten, die Mitarbeitenden im Veränderungsprozess mitzunehmen. Drei Fünftel (61 Prozent) halten es zudem für sehr herausfordernd, ein neues Mindset zu etablieren und den Wandel der Unternehmenskultur zu begleiten.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.