Personaler, die beim Recruiting auf KI setzen, sind zufrieden.

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11.11.19

Hilft KI beim Recruitingprozess?

Kommen trotz Fachkräftemangels Personaler beim Recruiting nicht in die Gänge? Zumindest nicht so ganz, wenn es um den Einsatz von KI im Recruitingprozess geht. Grund dafür ist nicht das fehlende Interesse, sondern das fehlende Knowhow.

Beim War for Talents setzen Personaler in den meisten Unternehmen nicht auf künstliche Intelligenz (KI), wie das ifo-Institut in einer Befragung unter 1.000 Personalleitern herausfand. Obwohl HRler Potenzial in datengesteuerten Rekrutierungsmethoden sehen, nutzen sie diese eher zurückhaltend: 3,9 Prozent verwenden digitale Werkzeuge bei der Talentsuche. Knapp die Hälfte (44 Prozent) der befragten Personalleiter halten eigenständig agierende, datengesteuerte Rekrutierungsmethoden aber für eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Rekrutierungsverfahren.

Die Unternehmen, die diese Werkzeuge bereits einsetzen, kommen aus mehreren Branchen. An der Spitze stehen das Verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungsbereich. Überraschenderweise nutzen nicht nur Großunternehmen die Tools , sondern auch mit 1 bis 49 oder 50 bis 249 Mitarbeitern.

Recruiting: Einsatz von KI lohnt sich

Der Einsatz von solchem Data driven Recruiting scheint sich zu lohnen, denn 86 Prozent sind mit ihren Tools zufrieden. Von ihnen verwenden zwei Drittel die neuen Technologien zur Kandidatensuche und -bewertung sowie zur Vorauswahl. Weitere Vorteile sehen die Personalleiter für das Image des eigenen Betriebs (27 Prozent), zur Effizienzsteigerungen im Auswahlprozess (25 Prozent) und für Kosteneinsparungen (24 Prozent). 

Als häufigsten Gründe für die geringe Verwendung nennen Personaler Berührungsängste und ihren geringen Wissensstand in Bezug auf die neuen Technologien. Knapp ein Drittel sieht keine Einsatzmöglichkeit im eigenen Betrieb. Jeder Vierte hat nicht das nötige Knowhow, und jeder Fünfte beklagt die mangelnde Kenntnis von Angeboten. Kosten, noch nicht ausgereifte Technik und Ineffizienz sind die wenigsten genannten Gründe.

Softwares könnten Soft Skills nicht berücksichtigen

Auch spielen die möglichen Risiken der digitalen Werkzeuge für die Personaler eine Rolle. Am meisten befürchten sie, dass die Softwareprogramme Sozialkompetenzen nicht ausreichend berücksichtigen (49 Prozent). 43 Prozent antizipieren die Entstehung unerwünschter Auswahlmuster durch selbstlernende Algorithmen. 31 Prozent haben Datenschutzbedenken, und 26 Prozent sehen das Risiko, dass mit solchen Methoden der schlechtere Kandidat ausgewählt wird. Laut der Befragung sind die Befürchtungen in Unternehmen, die datengesteuerte Rekrutierungsmethoden bereits einsetzen, noch höher.

Unter Data driven Recruiting fallen zum Beispiel das automatische Filtern für Bewerbungsunterlagen, Onlinespiele zum Test von Fähigkeiten bis hin zu Sprachanalysetools für Telefoninterviews.