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24.09.21

Managerpensionen im DAX fehlt Transparenz

Während Konzerne ihre Betriebsrentenpläne für die Mitarbeiter zügig von Defined Benefit auf Defined Contribution umstellen, fassen sie die Leistungszusagen für Vorstandsmitglieder zögerlich an. Gerade im DAX-30 halten sich viele Unternehmen bei den Pensionsplänen für den Vorstand bedeckt: Trotz anderweitiger Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex überwiegt die Intransparenz in den Pensionsplänen für die Chefetage, wie eine DSW-Studie zeigt.

Während Konzerne ihre Betriebsrentenpläne für die Mitarbeiter zügig von Defined Benefit auf Defined Contribution umstellen, fassen sie die Leistungszusagen für Vorstandsmitglieder zögerlich an. Gerade im DAX-30 halten sich viele Unternehmen bei den Pensionsplänen für den Vorstand bedeckt: Trotz anderweitiger Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex überwiegt die Intransparenz in den Pensionsplänen für die Chefetage, wie eine DSW-Studie zeigt. Dieser Artikel erschien zuerst in der August/September-Ausgabe von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten.

Bei den Pensionen der DAX-30-Vorstände tut sich etwas, wenn auch nur langsam. Zwar sind börsennotierte Konzerne gehalten, Vergütungsberichte zu veröffentlichen, doch die Angaben zu den Vorstandspensionen bleiben oft intransparent. Das macht es teilweise unmöglich, die Pensionspläne der Konzerne über die reinen Zahlen hinaus miteinander zu vergleichen. Zu diesem Ergebnis kommt die „DSW-Vorstandsvergütungsstudie 2021“.

Tatsächlich fassen die Unternehmen die Pensionspläne ihrer Vorstandsmitglieder deutlich zaghafter an als die bAV-Pläne ihrer Beschäftigten. Laut Christiane Hölz, Vergütungsexpertin bei der DSW, gewähren aktuell neun DAX-Konzerne ihren Vorstandsvorsitzenden ausschließlich Pensionspläne mit Leistungszusagen. Vor zehn Jahren waren es noch 17 Gesellschaften. Zusätzlich erhalten die Vorstandsvorsitzenden von Bayer und Infineon sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionszusagen. Im Jahr 2011 erhielten die Vorstandsvorsitzenden von sieben Unternehmen sowohl Beitrags- als auch Leistungszusagen. Umgekehrt bieten derzeit 16 Unternehmen Pensionspläne mit Beitragszusagen an, vor zehn Jahren waren es lediglich vier Gesellschaften. Laut DSW halten immer noch viele Konzerne ungeachtet des Niedrigzinses und steigender Pensionsrückstellungen an Defined Benefits fest, auch wenn Defined Contribution inzwischen im DAX-30 überwiegt.

Versorgungsentgelt statt Pensionszusagen

Die Zukunft der Vorstandspensionen sollte nach Ansicht der DSW über Versorgungsentgelte laufen. Pensionsrückstellungen für Vorstände und deren Angehörige würden dann der Vergangenheit angehören. Doch der Weg dahin ist noch weit. Haben im Jahr 2011 erst zwei DAX-Konzerne ihren Vorständen Versorgungsentgelte statt Pensionszusagen angeboten, sind es heute acht Unternehmen.

Im Durchschnitt betragen die Pensionszusagen laut DSW etwa ein Drittel des Festgehalts. Während sich die jährlichen Pensionszusagen der CEOs im DAX im Mittel auf 546 000 Euro belaufen, liegt der Durchschnittswert des Festgehalts der Vorstandsvorsitzenden bei 1,56 Millionen Euro. An der Spitze steht Werner Baumann von Bayer mit einer jährlichen Pensionszusage von 1,3 Millionen Euro. Dahinter folgen der inzwischen ausgeschiedene Elmar Degenhart von Continental mit 1,1 Millionen Euro und Frank Appel von Deutsche Post DHL mit 1,0 Millionen Euro. Am unteren Ende finden sich Niklas Östberg von Delivery Hero und Michael Zahn von Deutsche Wohnen. Beide DAX-Neulinge gewähren ihren CEOs keine Pensionszusagen.

Dr. Guido Birkner
Leitender Redakteur betriebliche Altersversorgung/ Pensions Managment
dpn - Deutsche Pensions & Investmentnachrichten
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