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27.10.21

BGM: Muskel- und Skeletterkrankungen im Unternehmen vorbeugen

Wie Unternehmen auch an den Arbeitsplätzen zur Gesundheit von Mitarbeitern beitragen können, dafür möchte die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) sensibilisieren. Sie hat dafür bereits vor mehreren Jahren die „Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit“ ins Leben gerufen.

Im Fokus der diesjährigen Europäischen Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit steht die Prävention von arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen. Schließlich sind diese in Deutschland und auch in Europa der häufigste Grund für Fehltage am Arbeitsplatz.

Muskel- und Skeletterkrankungen: häufigster Grund für Fehltage

In ihrem Fehlzeiten-Report 2021 gibt die Krankenkasse AOK an, dass im Jahr 2020 mehr als ein Fünftel (22,1 Prozent) der Fehlzeiten ihrer Versicherten auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurückführen waren. Die Ausfälle registrierte die Kasse in verschiedenen Branchen und Berufszweigen. Hinzu kommt, dass die krankgeschriebenen Arbeitnehmer mit durchschnittlich 18,7 Tagen pro Person überdurchschnittlich lange nicht arbeiten konnten.

Die Gründe für die Muskel- und Skeletterkrankungen sind divers. Eine große Rolle spielen Faktoren, die auf den Arbeitsplatz zurückzuführen sind. Laut der europaweiten Unternehmensbefragung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit sind die am häufigsten genannten arbeitsbedingten Auslöser repetitive Hand- oder Armbewegungen (von 65 Prozent der Unternehmen angegeben), langes Sitzen (61 Prozent), das Heben oder Bewegen von Menschen oder schweren Lasten (52 Prozent), Zeitdruck (45 Prozent) sowie ermüdende oder schmerzhafte Positionen (31 Prozent).

Sport als Teil des Präventionsprogramms

Auch die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt hat Einfluss auf arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen. Viele Meetings finden nicht mehr physisch, sondern digital statt, und Arbeitnehmer verbringen mehr Zeit vor dem Computer – teilweise im Home-Office ohne ergonomische Ausstattung. Bewegungsmangel, falsche Haltung aber auch psychosoziale Faktoren wie mangelnder sozialer Austausch, Stress und steigende Arbeitsbelastung sind die Folgen.

Körperliche Aktivität kann als Teil eines präventiven Maßnahmenpakets effektiv gegen Muskel- und Skeletterkrankungen eingesetzt werden. Die World Health Organization WHO rät Erwachsenen in ihrem Empfehlungsbericht 2020, wöchentlich 150 bis 300 Minuten mäßig intensiven oder 75 bis 150 Minuten intensiven körperlichen Aktivitäten nachzugehen.

Zur Prävention von Muskel- und Skeletterkrankungen können verschiedene Sportarten dienen: Krafttraining trägt beispielsweise dazu bei, Muskelmasse aufzubauen und die Körperhaltung zu verbessern. Yoga und Pilates stärken die Rückenmuskulatur ebenso wie Schwimmen. Viele Kurse werden daher von Krankenkassen bezuschusst. 

Finanzierung von Sport- und Entspannungsangeboten

Arbeitgeber können ihre Arbeitnehmer durch Zuzahlungen zu Fitnessprogrammen und Firmensportangebote zu mehr Aktivität anregen. Fast 90 Prozent der Arbeitnehmer wünschen sich, dass ihre Arbeitgeber auf ihre Gesundheit achten. Das hat eine Umfrage der europäischen Sport- und Wellnessplattform Urban Sports Club zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa unter 1.000 Angestellten ergeben. Zudem befürwortet jeder zweite Befragte (52 Prozent) Zuzahlungen zu Sport- und Fitnessangeboten bzw. -mitgliedschaften.