Mit betrieblichen Gesundheits-Benefits punkten.

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14.06.19
Vorsorge & Gesundheit

Betriebliches Gesundheitsbudget für das Total-Rewards-Management

Die Arbeitgeberattraktivität im Rahmen eines Total-Rewards-Ansatzes bemisst sich auch an attraktiven, individuell passenden Benefits. Dabei steht auch die Gesundheit der Mitarbeiter im Fokus, wie Sascha Marquardt und Miguel Perez von der Halleschen Krankenversicherung zeigen.

Herr Marquardt und Herr Perez, was steckt hinter der Idee eines individuellen Gesundheitsbudgets?

Sascha Marquardt:
Jeder spricht über betriebliche Gesundheitsförderung, über Obstkörbe im Unternehmen, Gesundheitstage, Sportangebote. Damit erreiche ich aber nicht alle Mitarbeiter, sondern meist nur 10 oder 15 Prozent der Belegschaft. Das sind meistens nicht die, die ich erreichen möchte, sondern die, die sich ohnehin schon mit gesunder Ernährung und gesundheitsbewusstem Leben beschäftigen.

Miguel Perez: Gesundheit betrifft jeden. Die Herausforderung für Unternehmen ist hierbei, zu entscheiden, welche die richtigen Leistungen sind, um so viele Beschäftigte wie möglich zu erreichen und sich selbst als verantwortungsvoller Arbeitgeber zu präsentieren. Bei unserem Benefitskonzept kauft der Arbeitgeber nur noch ein Gesundheitsbudget. Jeder Mitarbeitende wählt einfach die Gesundheitsleistungen, die benötigt werden.

Der Nutzen für den Mitarbeiter ist klar. Welchen Nutzen stiftet das Budget dem Unternehmen?

Miguel Perez: Unser Gesundheitskonzept kann eine Antwort gleich auf mehrere personalpolitische Herausforderungen und Ziele geben. Deshalb entscheiden sich immer mehr Unternehmen, für ihre Belegschaft das Gesundheitsbudget „FEELfree“ zu implementieren. Durchaus wird damit die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden unterstützt. Ein betriebliches Gesundheitskonzept stiftet genauso einen Mehrwert, wenn es um die Attraktivität am Arbeitsmarkt geht, denn heutzutage müssen Unternehmen mehr um Auszubildende und fähiges Personal werben als um neue Kunden. Des Weiteren können die Mitarbeiterbindung und die Mitarbeiterzufriedenheit gefördert werden.

Sascha Marquardt: Die Arbeitgeberattraktivität bemisst sich nicht allein an einem guten Gehalt, sondern auch an attraktiven und individuell passenden Benefits. Diese sollten nicht nur nachhaltig wirken, sondern auch werthaltig und für die Beschäftigten sofort erlebbar, spürbar und einsetzbar sein. Genau das bietet unser Gesundheitskonzept „FEELfree“. Diese Gesundheitsleistungen passen ohne Einschränkungen zur kompletten Belegschaft.

Wie finanziere ich als Unternehmer das Gesundheitsbudget?

Sascha Marquardt: Firmen können bereits ab einem einstelligen Betrag pro Mitarbeiter und Monat ein hochattraktives Gesundheitspaket nutzen – und das abgestimmt auf das Budget des Unternehmens. Dafür stehen fünf unterschiedlich hohe jährliche Gesundheitsbudgets zur Auswahl: von 300 Euro bis 1.500 Euro. Arbeitgeber sind dabei pfiffig und einfallsreich, wenn es um die Gestaltung geht. Arbeitsrechtlich ist es nämlich möglich, verschiedene objektive Mitarbeitergruppen zu erstellen, und zwar nach Hierarchiestufe, Betriebszugehörigkeit, Verantwortung bzw. Aufgabe im Betrieb. Für die Gruppen unterscheidet sich nur die Budgethöhe, die zur Verfügung steht. Die Leistungen, die in den Budgets enthalten sind, sind dabei immer gleich.

Miguel Perez: Für die Finanzierung des Gesundheitsbudgets von beispielsweise 300 Euro jährlich müssen Arbeitgeber inklusive der Nebenkosten von Steuern und Sozialabgaben monatlich circa 18 Euro je Mitarbeiter investieren. Dabei können diese Kosten auch als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Die Verwaltung soll dabei für die Unternehmen so gering wie möglich sein. Nicht das Unternehmen zahlt die Erstattungen aus, sondern die Mitarbeiter wenden sich direkt an die Hallesche Krankenversicherung, die die Abwicklung übernimmt.

Kann ich als Arbeitgeber aus einem Katalog ein Gesundheitsbudget, das auf das Unternehmen zugeschnitten ist, selbst zusammenstellen und somit gewisse Dinge fördern, andere hingegen nicht?

Sascha Marquardt: Das Gesundheitsbudget beinhaltet neun verschiedene Leistungen aus den Bereichen ambulante und zahnärztliche Versorgung. Das reicht zum Beispiel von Sehhilfen, Arznei- und Verbandsmitteln über Heilpraktiker bis hin zu Zahnersatz und -behandlung. So wird individueller Gesundheitsschutz für jeden möglich, unabhängig vom Alter oder Geschlecht. Jedes Unternehmen kann sein Gesundheitskonzept ergänzen, zum Beispiel um eine Absicherung im Ausland bei Urlaubsreisen oder um eine Prävention über Vorsorgeuntersuchungen. Prinzipiell ist das Gesundheitsbudget branchenneutral. Egal, wie die Mitarbeiterstruktur aussieht, welche Gesundheitsrisiken es im Unternehmen gibt, gilt für alle das Gleiche.

Wie sehe ich als Arbeitgeber, wofür die Mitarbeiter das Budget nutzen?

Miguel Perez: Als Arbeitgeber sehen Sie nicht, welcher Mitarbeiter das Budget für welchen Zweck nutzt. Das fällt unter den Datenschutz. Wir können Ihnen aber einmal im Jahr eine Auswertung darüber zusenden, wie oft das Budget genutzt wurde und wie viel vom Budget insgesamt abgerufen wurde. Aus diesem Nutzungsverhalten können Sie sehen, ob und was Sie an der Kommunikationsstrategie gegenüber den Mitarbeitern verändern müssen.

Ist das Budget nur in Deutschland oder auch international anwendbar?

Sascha Marquardt: Das Gesundheitsbudget gilt nur in Deutschland. Wenn ein Mitarbeiter im Ausland ist und dort etwas passiert, kann er die Kosten später, wenn er eine ärztliche Verordnung bekommen hat, bei uns erstatten lassen. Mitarbeiter wie Kraftfahrer, die international unterwegs sind, nutzen zudem gern Bonusleistungen wie die telefonische Beratung durch Ärzte, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar sind. Das können sie auch vom Ausland aus nutzen.

Miguel Perez: Neben der ärztlichen Sprechstunde per Videotelefonie steht der Belegschaft des Unternehmens rund um die Uhr unser Gesundheitstelefon inklusive einem Terminservice zur Vereinbarung von Facharztterminen kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es im Leistungskatalog des Gesundheitsbudgets Begrenzungen?

Miguel Perez: Erstattungsfähig sind vom Arzt verordnete Medikamente oder Behandlungen. Dabei gibt es zwei Begrenzungen. Zum einen beim Thema Fehlsichtigkeit. Die Erstattung für eine Sehhilfe und Kontaktlinsen ist auf 180 Euro pro Jahr begrenzt. Zum anderen wird die Zahnprophylaxe , also eine professionelle Zahnreinigung, in Höhe von bis zu 60 Euro pro Jahr übernommen. Darüber hinaus gibt es keine Einschränkungen für den Einsatz des Budget, das der Mitarbeiter für die angebotenen Gesundheitsleistungen verwenden darf.

Wie sehen meine Mitarbeiter, wo sie gerade finanziell stehen?

Sascha Marquardt: Jeder Mitarbeiter kann unsere kostenfreie Rechnungs-App herunterladen und seine Rechnungen darüber einreichen. Somit kann er nachvollziehen, was bereits vom Gesundheitsbudget abgerufen wurde. Bei jeder Erstattung bekommt er zudem von uns ein Schreiben.