Rolf T. Eckel

16.05.22

Benefits mit Gesundheitsfokus sind gefragt

Warum ist das Gesundheitsbudget jetzt ein wichtiger Benefit? Das erklärte Miguel Perez von der Hallesche Krankenversicherung auf dem 6. Praxisforum Total Rewards.

Die vergangenen zwei Jahre der Coronapandemie haben hervorgehoben, wie wichtig es ist, gesund zu sein. Benefits, die die Gesundheit fördern, sind deshalb momentan im Trend. Das sagte Miguel Perez auf dem 6. Praxisforum Total Rewards in Frankfurt am Main. Ein mögliches solcher Benefits ist ein Gesundheitsbudget, ergänzte der Direktionsbevollmächtigte Firmenkunden bei der Hallesche Krankenversicherung. Ein Gesundheitsbudget habe nicht nur Vorteile für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für Unternehmen, wie er erläuterte.

Mit dem Gesundheitsbudget stellen Arbeitgeber jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter jährlich eine gewisse Summe zur Verfügung, die sie für ihre Gesundheit ausgeben können. Das können 300 Euro pro Jahr sein, aber auch 1.500 Euro. Das Geld können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für Verschiedenes ausgeben. Dazu gehören unter anderem Medikamente und Brillen, aber auch alternative Behandlungsmethoden wie Heilpraktikerbehandlung.

Wie viele Kosten für welche Gesundheitsangebote übernommen werden, können Unternehmen laut Perez flexibel bestimmen. Das Budget zeichnet sich auch dafür aus, dass es anders als eine klassische Krankenversicherung funktioniert. „Derjenige, der es wirklich benötigt, bekommt mehr,“ erklärte Perez. So sei es zum Beispiel denkbar, dass ein Arbeitgeber das Budget im Folgejahr erhöhe, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter es im laufenden Jahr voll ausgeschöpft habe. Damit funktioniere das Gesundheitsangebot genau anders als eine gängige Krankenkasse. Bei der erhält derjenige einen Bonus, der von den Angeboten keinen Gebrauch gemacht hat.

Beratung ist essentiell

Neben dieser Kostenübernahme können Unternehmen weitere Leistungen anbieten. Dazu gehören zum Beispiel ein Gesundheitstelefon, das den Anrufenden Zweitmeinungen zur gesundheitlichen Verfassung bietet. Außerdem können Videosprechstunden oder ein Facharztterminservice Teile des Angebots für Mitarbeitende sein. Dadurch erhielten Beschäftigte teilweise früher einen Termin bei einer Gesundheitsexpertin oder einem Gesundheitsexperten. Die Zusatzangebote neben dem Budget könnten auch Familienangehörige nutzen.

Dass die Beschäftigten schneller mit einem Arzt oder einer Ärztin in Kontakt kommen, spare auch Kosten für den Arbeitgeber, erläuterte Perez. Ein Mitarbeiter, der zum Beispiel auf einen Facharzttermin wartet, fällt während dieser Wartezeit aus, und die Fehlzeiten kosten. Und selbst wenn der Mitarbeiter trotz Krankheit arbeitet, leide die Produktivität, und sein gesundheitliche Zustand verschlechtere sich möglicherweise. Je schneller er einen Termin bekommt, desto eher könne er wieder produktiv sein.

Das Gesundheitsbudget könne auch dabei helfen, Beschäftige an das Unternehmen zu binden. Erstens werde damit ein Bedürfnis von ihnen befriedigt. Zweitens könnte das Gesundheitsbudget auf die Zeit der Unternehmenszugehörigkeit begrenzt werden. Damit könne es nicht privat fortgeführt werden. Flexibel nach den Wünschen des betreffenden Konzerns könne außerdem das jährliche Budget erhöht werden, je länger Mitarbeiter dem Unternehmen angehören.

„Das Gesundheitsbudget ist ein Benefit, das sich zum Teil selbst finanzieren kann,“ sagte Perez abschließend. Darüber hinaus treffe es einen Nerv der Zeit.