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06.07.20

Benefits und Nachhaltigkeit – betriebliche Gesundheit neu gedacht

Nachhaltigkeit ist ein Megatrend – auch im HR- und Total-Rewards-Management. Immer mehr Unternehmen setzen sich freiwillig und aufgrund von EU-Regularien mit der Frage auseinander, welchen gesellschaftlichen Beitrag sie zum Thema Nachhaltigkeit leisten können, wollen und müssen. Dabei beschränkt sich Nachhaltigkeit nicht auf ökologische Aspekte, sondern bezieht auch die soziale Seite ein. Arbeitgeber sollten ihr Benefitsportfolio so ausrichten, dass die Benefits nachhaltig wirken.

Unternehmen sollten sich auch beim Thema Benefits damit beschäftigen, wie sie nachhaltig handeln können und welchen Beitrag sie damit zur Nachhaltigkeit leisten wollen. So können sie beispielsweise eine betriebliche Krankenversicherung nachhaltig gestalten.

Wie Unternehmen nachhaltig wirtschaften können, skizzierten Professor Dr. Perizat Daglioglu, Präsidentin der Hochschule der Wirtschaft für Management, und Sascha Marquardt und Miguel Perez, beide im Kompetenzcenter Firmenkunden der Halleschen Krankenversicherung, beim Praxisforum Total Rewards. 

Nachhaltigkeit in Unternehmen: Employee Benefits

Der ursprüngliche Gedanke von Nachhaltigkeit, die Übernutzung von Wäldern zu vermeiden, könne auf Unternehmen übertragen werden, stellte Dagioglu fest. So könnten Unternehmen mit Employee Benefits einen großen Beitrag zu sozialer Nachhaltigkeit leisten.

Benefits sind dabei nicht per se nachhaltig, sondern müssen entsprechend ausgestaltet sein. Bei der Ausgestaltung der Instrumentarien sollte das HR-Management die Mitarbeiter in ihrer Diversität – Altersstruktur, kultureller Herkunft, Genderverteilung – betrachten und die Benefits individuell anpassen. So könnten sie Benefits in den Bereichen Lifestyle, Risikoabsicherung, Absicherung von gesundheitlichen und finanziellen Risiken etablieren. 

Nachhaltige Effekte von Benefits

Damit Employee-Benefits wirken, sollten Arbeitgeber folgende Punkte beachten:

  • zielgruppengenaue Anpassung des Angebots an Benefits
  • langfristige Bindung der Mitarbeiter unter Berücksichtigung der individuellen Lebensphasen
  • flexible Ausgestaltung verschiedener Angebote
  • Variationsmöglichkeiten in der Umsetzung
  • Konsistenz zwischen Unternehmenswerten und Ausgestaltung der Benefits

Wer Benefits nach diesen Kriterien gestaltet, könne positive Auswirkungen auf die Unternehmenskultur feststellen, ebenso wie eine stärkere Identifikation und Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, so Dagioglu.

Generell ist nicht ein Benefit geeigneter als das andere. Wichtig ist, dass jedes Unternehmen jedes Benefit an die Zielgruppe und dessen aktuelle Lebensphase anpasst, um einen Effekt und Nachhaltigkeit zu erzielen. Das Benefit muss zudem zu den Werten des Unternehmens und zu dessen Leitbild passen. 

Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Benefits

Sehr wirksam können Benefits zur Gesundheitsförderung sein. Ein derartiges, nachhaltiges Benefit hat die Hallesche Krankenversicherung mit dem Gesundheitspaket „Feelfree“ eingeführt. Dieses verbindet ethische Prinzipien mit Gesundheitsaspekten wie Fürsorge, Autonomie, Gerechtigkeit und Schadenvermeidung.

Dabei geht es darum, einen Mehrwert anzubieten, beispielsweise einen größeren Zugang zu Medikamenten, eine bessere Versorgung durch Fachärzte, Facharztsprechstunden, Selbstbestimmung der Patienten oder auch faire Verteilung von Gesundheitsleistungen.

Ein Unternehmen kann das Produkt seinen Mitarbeitern über ein Gesundheitsbudget anbieten. Denkbar ist dabei: Je länger ein Arbeitnehmer im Unternehmen angestellt ist, desto größer ist sein Gesundheitsbudget. Eine solche Staffelung ist bei vielen anderen Benefits nicht möglich.

Durch Feelfree können Unternehmen, so Perez, Menschen gerade auch in der aktuellen Pandemie Sicherheit geben. So stehe Mitarbeitern über das Benefit ein Gesundheitstelefon zur Verfügung, über das sie jederzeit Fragen stellen und somit Sicherheit erlangen können.