voiio

29.03.22

Kluft zwischen aktuellen Benefits und Mitarbeiterwünschen

Unternehmen setzen oftmals auf Benefits, die nicht den Wünschen ihrer Mitarbeiter entsprechen. Das zeigt eine neue Studie.

Die Benefits, die deutsche Arbeitgeber ihren Belegschaften anbieten, gehen oft an deren Bedürfnissen vorbei. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie für die das HR-Startup voiio gemeinsam mit dem Arbeitgeberbewertungsportal kununu 1.500 Arbeitnehmer in Deutschland sowie 109 Arbeitgeber befragt hat.

Nach den Studienergebnissen ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV) derzeit die gängigste Zusatzleistung in deutschen Unternehmen. 50,6 Prozent der befragten Beschäftigten geben an, diese zu erhalten. Auf dem zweiten Platz folgen Impfangebote an die Mitarbeiter (38,5 Prozent), vor der Betriebskantine (33,7 Prozent), Rabatten für Mitarbeiter (27,4 Prozent), Jobtickets (27,2 Prozent) sowie kostenlosem Obst (26,7 Prozent).

Diese klassischen Benefits stoßen bei Talenten auf wenig Gegenliebe. Mitarbeiter wünschen sich vielmehr Zusatzleistungen für Familie und Work-Life-Balance. Dieser Wunsch rangiert mit 46 Prozent auf Platz 1 mit großem Abstand vor dem zweiten Platz, auf dem Mobilitätsangebote sowie Gutscheine und Rabatte liegen (jeweils 12 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgen Benefits für Gesundheit (9 Prozent) sowie zu Finanzen und Recht (7 Prozent).

Benefits, die die Work-Life-Balance stärken sind bislang nur in wenigen Unternehmen Standard. Nur 11,8 Prozent der Mitarbeiter profitieren von Zusatzleistungen zur familiären Freizeitgestaltung. Nur jeder zehnte Mitarbeiter wird in der Pflege von Angehörigen unterstützt und kommt in den Genuss von sogenannten Concierge-Serviceleistungen wie Umzugshilfe oder Haushaltsdienstleistungen (3,4 Prozent).

Mitarbeiter wünschen sich Benefits, die die Work-Life-Balance stärken

Nach statistischen Erhebungen stellen Arbeitgeber in Deutschland derzeit rund 1.000 Euro jährlich pro Mitarbeiter für Benefits zur Verfügung. In der Befragung sollten die Talente dieses Budget auf Mitarbeiterprogramm aufteilen, das ihren Wünschen entspricht. Das Ergebnis: 29,3 Prozent würden sie für die Kategorie Familie und Work-Life-Balance ausgeben, das heißt, für familienfreundliche Freizeitgestaltung wie Ausflüge oder spezielle Events, aber auch Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen. Knapp 15 Prozent würden sie für Gesundheitsprogramme und 13 Prozent für Angebote zur Mobilität einsetzen. Für den Bereich „Finanzen und Recht“, zu dem bAV-Angebote und vermögenswirksame Leistungen gehören, würden die Befragten dagegen nur 9 Prozent des Budgets einsetzen.

Die Befragung unter den Arbeitgebern zeichnet ein gegensätzliches Bild: Demnach investiert mehr als die Hälfte der Unternehmen weniger als 5 Prozent des Budgets in familienfreundliche Zusatzleistungen. Am meisten geben Arbeitgeber für Benefits in den Kategorien Gesundheit, Mobilität und Sport aus. 

Benefits stärken Arbeitgeberattraktivität

Unternehmen sollten darauf achten, mit ihrem Benefitsportfolio die Mitarbeiterwünsche zu berücksichtigen. Die passenden Benefits spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um Mitarbeiterzufriedenheit geht. Auch bei der Arbeitgeberattraktivität sind Benefits nicht zu unterschätzen. Die Thematisierung von Zusatzleistungen in Bewerbungsgesprächen hat in den vergangenen drei Jahren um 62 Prozent zugenommen.