Mit bAV binden Unternehmen ihre Mitarbeiter.

Generali Deutschland, F.A.Z.-Institut.

23.10.19
bAV & Aktien

Betriebsrente vom Chef zieht im Mittelstand

Die bAV zählt zu den Top-3-Instrumenten der Mitarbeiterbindung in mittelständischen Betrieben.

Die bAV diente Arbeitgebern schon immer als Instrument, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Dieser Benefit spielt auch in der heutigen Arbeitswelt eine zentrale Rolle – gerade im Mittelstand.

Die bAV rangiert im Mittelstand unter den Top 3 der HR-Instrumente, mit denen sich Mitarbeiter in Unternehmen binden lassen. Das ergibt die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2019“, die Generali Deutschland, der F.A.Z.-Fachverlag FRANKFURT BUSINESS MEDIA und das F.A.Z.-Institut gemeinsam herausgeben. Für die Untersuchung, die 2019 zum achten Mal seit 2011/12 erscheint, interviewte die forsa im Januar 2019 insgesamt 200 Personalverantwortliche mit der Zuständigkeit für die betriebliche Altersversorgung aus deutschen mittelständischen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern zu aktuellen Entwicklungen, zum bAV-Angebot, zum Bedarf an Produkten und Services sowie zum HR-Management und zur Mitarbeiterbindung.

Weiterbildungsmaßnahmen an erster Stelle

Mit 74 Prozent hält die bAV bei der Frage nach den eingesetzten Bindungsinstrumenten das Niveau des Vorjahres. Insbesondere größere Betriebe mit 250 bis 500 Mitarbeitern (78 Prozent) und Betriebe, die sich finanziell an der bAV beteiligen (rund 80 Prozent), messen der Betriebsrente mit einer finanziellen Beteiligung des Arbeitgebers eine große Bindungswirkung bei.

Zugleich ist die Weiterbildung mit 84 Prozent im Mittelstand weiterhin das wichtigste Instrument für die Mitarbeiterbindung. Allerdings sinkt dieser Wert laut der Studienreihe im zweiten Jahr hintereinander nach 89 Prozent 2017 und 90 Prozent 2016. Im Detail zeigt sich, dass der Wert für Weiterbildung vor allem in mittleren (86 Prozent) und in größeren Betrieben (88 Prozent) höher, in kleineren etwas niedriger ist (79 Prozent).

An zweiter Stelle nennen die Betriebe Karrierechancen (80 Prozent). Auch hier geben die Befragten umso höhere Nennungen ab, je größer ihr Betrieb ist (86 Prozent der größeren Betriebe mit 250 bis unter 500 Mitarbeitern). Doch auch in kleineren Betrieben mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern spielen Perspektiven für die Laufbahn eine Rolle (71 Prozent).

Mehrheitsnennungen bekommen zudem höhere Vergütungen (72 Prozent nach 64 Prozent im Vorjahr), flexible Arbeitszeitmodelle (68 Prozent), das betriebliche Gesundheitsmanagement (65 Prozent nach 60 Prozent im Vorjahr) und größere individuelle Tätigkeits- und Entscheidungsspielräume (54 Prozent). Höhere Vergütungen finden insbesondere in kleineren Betrieben mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern Zustimmung (77 Prozent).

Deutlich weniger Nennungen im Vorjahresvergleich verzeichnen Sachentgelte (50 Prozent). Vor einem Jahr haben noch 70 Prozent der Betriebe diese Vergütungsform als relevantes Incentive für die Mitarbeiterbindung genannt. Wenig Entwicklung zeigt sich beim Home-Office (46 Prozent) und bei flexiblen Modellen für den Übergang in den Ruhestand (38 Prozent). Gerade größere Betriebe bieten flexible Vorruhestandsmodelle an (53 Prozent). Sabbaticals konnten im Vorjahresvergleich um 6 Prozentpunkte auf 23 Prozent zulegen.

Hohe Zufriedenheit mit allen Bindungsinstrumenten

Die bAV-Verantwortlichen sind mit der Wirkung aller Bindungsinstrumente mehrheitlich zufrieden. Die größte Zufriedenheit erzielen flexible Arbeitszeitmodelle mit einer Zustimmung von insgesamt 92 Prozent. Damit bestätigt dieses Instrument die positive Wirkung des Vorjahres. Allein 59 Prozent aller Befragten, die Arbeitszeitmodelle einsetzen, äußern sich sehr zufrieden.

An zweiter Stelle des Zufriedenheitsrankings findet sich die bAV mit einer Arbeitgeberbeteiligung. Sehr gut schneiden zudem individuelle Tätigkeits- und Entscheidungsspielräume, Home-Office, Weiterbildung, eine höhere Vergütung, Karrierechancen und Sachentgelte ab.

Im Vergleich der Branchengruppen fallen die Bewertungen hinsichtlich der Zufriedenheit insgesamt hoch, aber auch verschieden aus. So zeigen sich 95 Prozent der Industrieunternehmen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sehr zufrieden bzw. zufrieden, auf der Seite der Dienstleister liegt der Vergleichswert mit 88 Prozent darunter. Auch mit der Wirkung einer höheren Vergütung zeigt sich die Industrie zufriedener als Dienstleister.

Flexible Vorruhestandslösungen kommen gut an

Die Detailanalyse der Befragungsergebnisse offenbart eine hohe Zufriedenheit der kleineren, mittleren und größeren Betriebe mit der bAV in einer Spanne von 82 bis 90 Prozent. Auch in den Urteilen über flexible Arbeitszeitmodellen liegen die Betriebe nach Mitarbeiterzahl beieinander in einer Spanne von 89 bis 93 Prozent.

Deutlich zufriedener als die größeren Unternehmen zeigen sich die kleineren Betriebe mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern bei flexiblen Modellen für den Übergang in den Ruhestand und bei Karrierechancen. Allerdings ist der Anteil der kleineren Betriebe, die Vorruhestandslösungen anbieten, mit 24 Prozent gering.