Quelle: F.A.Z.-Institut, Generali Deutschland.

24.05.19
bAV & Aktien

bAV zählt im Mittelstand zu den Top 3 der Retention-Tools

Die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2019“ von FRANKFURT BUSINESS MEDIA, F.A.Z.-Institut und Generali Deutschland beleuchtet jährlich den bAV-Markt im Mittelstand.

Die betriebliche Altersversorgung dient Arbeitgebern seit ihren Anfängen als Instrument, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Einen langjährigen Verbleib der Beschäftigten belohnt der fürsorgliche Arbeitgeber bereits seit vielen Jahrzehnten mit einer Vorsorgeleistung. Dieser Benefit spielt auch in der heutigen Arbeitswelt eine zentrale Rolle. So findet sich die bAV in der Befragung unter den Top 3 der HR-Instrumente, mit denen sich Mitarbeiter im mittelständischen Unternehmen binden lassen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2019“, die auf einer forsa-Befragung unter 200 bAV-Verantwortlichen in Betrieben mit 50 bis 500 Mitarbeitern basiert.

74 Prozent der bAV-Entscheider zählen eine Betriebsrente mit finanziellem Arbeitgeberbeitrag zu ihren wichtigen Instrumenten für die Mitarbeiterbindung. Insbesondere größere Betriebe mit 250 bis 500 Mitarbeitern (78 Prozent) und Betriebe, die sich finanziell an der bAV beteiligen (rund 80 Prozent), messen der Betriebsrente mit einer finanziellen Beteiligung des Arbeitgebers eine große Bindungswirkung bei.

Der Mittelstand bietet an erster Stelle Weiterbildungsmaßnahmen an

Im Mittelstand ist die Weiterbildung mit 84 Prozent das wichtigste Instrument für die Mitarbeiterbindung. Allerdings sinkt dieser Wert laut der Studienreihe im zweiten Jahr hintereinander nach 89 Prozent im Jahr 2017 und 90 Prozent im Jahr 2016. In der Detailanalyse zeigt sich, dass der Wert für Weiterbildung vor allem in mittleren (86 Prozent) und in größeren Betrieben (88 Prozent) höher, in kleineren etwas niedriger ist (79 Prozent).

An zweiter Stelle nennen die Betriebe Karrierechancen (80 Prozent). Auch hier geben die Befragten umso höhere Nennungen ab, je größer ihr Betrieb ist (86 Prozent der größeren Betriebe mit 250 bis unter 500 Mitarbeitern). Doch auch in kleineren Betrieben mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern spielen Perspektiven für die Laufbahn eine Rolle (71 Prozent).

Mehrheitsnennungen bekommen zudem höhere Vergütungen (72 Prozent nach 64 Prozent im Vorjahr), flexible Arbeitszeitmodelle (68 Prozent), betriebliches Gesundheitsmanagement (65 Prozent nach 60 Prozent im Vorjahr) und größere individuelle Tätigkeits- und Entscheidungsspielräume (54 Prozent). Höhere Vergütungen finden insbesondere in kleineren Betrieben mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern Zustimmung (77 Prozent).

Deutlich weniger Nennungen im Vorjahresvergleich verzeichnen Sachentgelte (50 Prozent). Vor einem Jahr haben noch 70 Prozent der Betriebe diese Vergütungsform als relevantes Incentive für die Mitarbeiterbindung genannt. Wenig Entwicklung zeigt sich beim Home-Office (46 Prozent) und bei flexiblen Modellen für den Übergang in den Ruhestand (38 Prozent). Gerade größere Betriebe bieten flexible Vorruhestandsmodelle an (53 Prozent). Sabbaticals konnten im Vorjahresvergleich um 6 Prozentpunkte auf 23 Prozent zulegen.

Hohe Zufriedenheit mit allen Bindungsinstrumenten

Die bAV-Verantwortlichen sind laut der Studie mit der Wirkung aller abgefragten Bindungsinstrumente mehrheitlich zufrieden. Die größte Zufriedenheit erzielen flexible Arbeitszeitmodelle mit einer Zustimmung von insgesamt 92 Prozent. Allein 59 Prozent aller Befragten, die Arbeitszeitmodelle einsetzen, äußern sich sehr zufrieden.

An zweiter Stelle des Zufriedenheitsrankings steht die bAV mit einer Arbeitgeberbeteiligung (87 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden). Sehr gut schneiden zudem größere individuelle Tätigkeits- und Entscheidungsspielräume (86 Prozent), Home-Office (86 Prozent), Weiterbildung (84 Prozent), eine höhere Vergütung (82 Prozent), Karrierechancen (82 Prozent) und Sachentgelte (80 Prozent) ab.